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Achat des Monats:
Oktober 2020
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Bayerische Achate

Gebänderte Hornsteine und andere SiO2-Varietäten

 

Blick vom Kornberg

Ein Ausblick vom Kornberg auf den Waldecker Schloßberg                          Foto: Heiko Bethke, Mai 2016

 

Von einer regen vulkanische Tätigkeit Nordost-Bayerns zeugen die beiden permischen Kuppen des Kornberges bei Erbendorf-Schadenreuth, die im "Rotliegenden" vor ca. 260 Mio. Jahren entstanden sind. Der Basaltkegel des Waldecker Schloßberges hingegen, bildete sich erst wesentlich später, im Tertiär vor ca. 21 Mio. Jahren. Der deutsche Geognostiker Carl Wilhelm von Gümbel (1823 - 1898) beschreibt beide Punkte, Kornberg und Waldeck als Fundstellen für Achat bzw. von Achatjaspis. Regelmäßige Schwarmbeben im nahegelegenen Egergraben, die allerdings selten spürbar sind, belegen die bis in die heutige Zeit andauernde vulkanische Aktivität.

In vielen Bundesländern Deutschlands können Achate gefunden werden. Bayern zählt zwar nicht zu dem Bundesland, wo besonders farbenprächtige Achate und ergiebige Fundstellen vorhanden sind, aber man kann auch durchaus gute, sammelwürdige Stücke finden. 

In der Literatur werden bayerische Fundstellen seltener beschrieben, was dazu beigetragen hat, dass diese Achate weniger bekannt geworden sind. Bei der Definition von Achat gab es zu damaliger Zeit unterschiedliche Auffassungen im Vergleich zu heute. Achate werden jetzt als gebänderte Chalzedone (Rudolf Rykart, Quarz-Monographie, 1995) definiert. Im 18 Jahrhundert beispielsweise, bezeichnete man auch gebänderte Hornsteinknollen aus Meeresablagerungen als "Agath", während gebänderte oder ungebänderte Chalzedongänge meist nur als Hornsteine (Gümbel) bezeichnet wurden. 

"Der Agath und Onix so bey Sanspareil gefunden wird, lieget auf denen Äckern und macht sich daselbst rar, weil er von denen Naturalien Sammlern sehr abgelesen wird, wenn man aber danach schürfet, so findet man schöne und seltene Stücke besonders in Kugeln, die die Mühe reichlich belohnen." So schrieb Freiherr Carl Friedrich Reinhard von Gemmingen (1739-1822) in einem Brief an die Markgräfin Caroline Louise von Baden (1723-1783). Bei Sanspareil werden allerdings weder Achat oder Onyx gefunden. Lediglich gebänderte Hornsteinknollen aus Meeresablagerungen kommen dort vor. Dies belegt, dass die Bezeichnung Achat im 18. Jahrhundert eine andere als heute war.  

Die untenstehenden Bilder zeigen zwei Oberpfälzer Achate. Im Bild links, ein typisch braun-gebänderter Hornstein-Achat aus den Schottern der Ur-Naab. Das Bild rechts zeigt einen Achat aus dem "Rotliegenden" NO-Bayerns.

Naab-Achat 10,5 cm

Im Fluss abgerolltes, typisches Stück in der Grösse von 10,5 cm, entstammt wahrscheinlich den Quarzgängen des kristallinen Grundgebirges. Das achatartig gebänderte Stück wurde in den Naabschottern gefunden.

 

Achat 6 cm aus dem Rotliegenden

An Ort und Stelle entstandener (autochtoner) Festungsachat in der Grösse von 6 cm 

 

 

                                    

Kulmbach 6 cm
"Arkadenachat" aus Kulmbach, Oberfranken, BB 6 cm

 

Achatquarz:

Der Geologe Heinz Tillmann prägte in den 50er Jahren den Begriff "Achatquarz" für die häufig vorkommenden, achatähnlich gebänderten Quarze der Oberpfalz und Niederbayern. Der "echte" Achat besteht aus gebänderten Chalzedon und seine Struktur ist kryptokristallin. Die Struktur des Achatquarzes hingegen ist grobporiger und mikrokristallin. Aus diesem Grund können sich die Bänderungen nicht so filigran ausbilden, wie das beim "echten" Achat der Fall ist. Aus heutiger Sicht und Nomenklatur sind diese Stücke eher als gebänderter Chert/Hornstein (Aussage Michael Landmesser) einzuordnen. Eine genauere Aussage bedarf der Untersuchung eines Dünnschliffes.

Jedoch wird der Begriff Hornstein heute für zwei Quarzmodifikationen verwendet. Zum einen, für die sedimentär gebildeten Hornsteine (engl. Chert, Flint) aus Meeresablagerungen, dessen Bildungen aus frei werdender Kieselsäure der Skelette von Kieselalgen (Diatomeen) und Kieselschwämmen entstanden sind, zum anderen als ein alter bergmännischen Begriff aufgefasst und verwendet wird. Im Wölsendorfer Flussspatrevier zum Beispiel, treten Hornsteingänge in Paragenese zum Flussspat auf und werden bis heute noch als Hornstein (nach Farbe des Horns vom Rind) benannt. Diese sind jedoch hydrothermal entstanden und enthalten keine Fossilien.

Heinz Tillmann wollte vielleicht mit einem eigenen Begriff diese achatartigen Stücke vom einfachen Hornstein abgrenzen. 

Der "Achatquarz" ist viel näher am Achat als dies z.B. beim Moosachat oder Röhrenachat der Fall ist. Diese Chalzedone enthalten Silikatgewächse (engl. Plume (Federn) bzw. Tubes (Röhren)) und haben mit Bänderung eines Achates nichts zu tun.

Ich bezeichne solche achatartig gebildeten Hornsteine nach dem alten Begriff "Achatquarz" oder als Hornstein-Achat. Es gibt ja zum Beispiel auch den Calzit-Achat oder Jasp-Achat. Beim Achatquarz sind die Übergänge zwischen Chalzedon und Hornstein augenscheinlich fließend. Man findet Stücke, die eigentlich wie Achat aussehen und feine Bänderungen aufweisen, andere hingegen, die breite Bänderungen aufweisen und eher einen Bandjaspis darstellen. 

 

 

Die Flussgeschichte Bayerns

 

 

 

 

 

 

 

 



 
 
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© 2006 by Heiko Bethke