Tanzfleck ...

 
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Achat des Monats:
Mai 2020
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           Tanzfleck  bei Grafenwöhr

 

 

Fundstelle Tanzfleck 

 

Blick auf den Höhenrücken 470 bei Tanzfleck im Frühjahr 2007       Foto:Heiko Bethke 

 

Im Mittleren Buntsandstein, nördlich von Tanzfleck liegt die Großgeröllzone am Höhenrücken 470, dessen genaue Herkunft bis heute nicht geklärt ist. Steinlein (1953) gliedert den Mittleren Buntsandstein in das Kulmbacher,- oder Eksche Konglomerat und in den Höheren Hauptbuntsandstein. Das Kulmbacher Konglomerat wird von Steinlein als Zeitbegriff aufgefasst, in einer Periode grösster Geröllschüttung, die ..."wesentlich klimatisch bedingt ist und am Westrand der Böhmischen Masse überall scharf einsetzt und wieder aufhört."

Dr. Hans Jakob beschreibt im VFMG-Aufschlußheft 1989, " Über einige Achatvorkommen in Nordostbayern" das Vorkommen von drei verschiedenen Achatquarztypen im Kulmbacher Konglomerat von Tanzfleck. Die Gerölle können eine Grösse bis über 50 cm erreichen und bestehen aus Buntquarzen, Graniten, Porphyren, Karneolen und Quarziten.

Die Genese der Achatquarze im Sediment, die wahrscheinlich identisch mit den Vorkommen der Geröllzone bei Reuting, Nerping und den evtl. den Achaten in den Regenschottern ist, gibt es konkrete Vorstellungen. Die Genese der Chalzedone und Karneole Oberfrankens werden als oberflächenahe Bildungen im ariaden Milleu, durch aufsteigende, kieselreiche Wässer angesehen. Dies wäre auch hier bei der Genese der Achatquarzbildungen denkbar, wobei es eines geschützten Raumes bedarf, damit überhaupt Achate reifen können. Man nimmt heute an, dass die Bildung eines Achates mehr als 100.000 Jahre dauert. Die Farben der Achate werden durch Metalloxyde und Hydroxide erzeugt, die mit den Kieselsäureschüttungen eingeschwemmt werden oder aus dem Umgebungsgestein abgegeben werden. Geringste Mengen an Oxyden reichen schon aus um eine Farbgebung hervorzurufen. Färbungen und Entfärbungen von Achaten sind auch später, im gefestigten Zustand möglich.

Es sind auch Chalzedon,- und Quarzgänge im Granit des Grundgebirges bekannt, die Achate führen und häufig Granitbrekzien beeinhalten. Hier wurden Risse und Spalten mit kieselsäurereichen Wässern periodisch gefüllt und es kam zu Achatbildungen, die dann durch Erosion und Abtragung als Gerölle an die Erdoberfläche gelangten. Diese weitere Form der Achatgenese, neben der Bildungen im Sedimenten, liegt hier in Tanzfleck auch vor.

 

Tanzfleck 16 cm

 

Der von Tillman (1958) geprägte Begriff der Chalzedon-Achatquarze bezeichnet die hier abgebildeten Sammlungsstücke, Abb. links mit 16 cm Breite und rechts ein Achat von 8 cm Grösse

 

 

 

Kaltenbrunn 12,5 cm

Fund von Kaltenbrunn bei Tanzfleck, Slg. W. Kasseckert, Immenreuth, 12,5 cm 

Tanzfleck 10,5 cm

Fund aus dem Jahr 2004 mit 10,5 cm Breite von A. Escher, München

 

 

Thansüss 7cm

Fund aus Thansüss, Slg. M.Marr, Nürnberg, Grösse des Stückes 7 cm

 

 

Im Bild rechts: Fund und Slg. A. Escher, München, 9 cm

Tanzfleck, 9 cm 

 

 Achat Tanzfleck 12 cm

 Achat aus Tanzfleck, Bildbreite 12 cm, Fund April 2009 

 

Tanzfleck 7,5 cm

          Achatquarz aus Tanzfleck, 7,5 cm

Achatquarz Tanzfleck 9 cm

Helle Variante, Bildbreite 9 cm, Fund: Armin Bauer, Pressath 

 

Achat Tanzfleck 6 cm

Bunter Achat aus Tanzfleck, Bildbreite 6 cm

 

 Tanzfleck 15 cm

Seltene, farbige Pseudomorphose aus Tanzfleck,

Slg. Dr. G. Eigler, Nittenau, BB 15 cm

 Freihung 22 cm

Quarzbrekzie/Achat als Gangstück, Freihung bei Tanzfleck, BB 22 cm

 

Literaturhinweise:

R. Eichhorn, S. Glaser,U. Lagally, J. Rohrmüller: Geotope in Oberfranken, Bayerisches Geologisches Landesamt, 1999, Seite 27 (Anmerung über die Genese der Chalzedone Oberfrankens)

Jakob, Dr. Hans : Der Aufschluß 5, Jahrgang 40, September/Oktober 1989, S. 317-323, Über einige Achatvorkommen in Nordostbayern

 

 



 
 
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© 2006 by Heiko Bethke